Sonntag, 15. September 2013

Laxem / Latwerge / Latwersch

Kennt ihr Laxem? Oder Latwerge? Oder Latwersch? Nein? Im Saarland ist dieses dicke Zwetschgenmus allseits beliebt. Es wird meistens in großen Kupferkesseln gekocht und dann auf diversen Märkten verkauft. Ich selbst habe vor ein paar Tagen zu Hause und im kleinen Stil Laxem gekocht und möchte euch daran teilhaben lassen. Man kann Laxem als Brotaufstrich essen (was ich meistens tue) oder auch zu Eis oder Ähnlichem servieren.


Die Herstellung ist nicht schwer, ist jedoch mit einem gewissen zeitlichen Aufwand verbunden. Ich habe 2,5kg Zwetschgen verarbeitet und habe ein großes und zwei kleine Gläser Mus herausbekommen. Eine gewisse "Frustrationstoleranz" muss also vorhanden sein, wenn man vergleicht, wieviele Früchte man hineinsteckt und wie wenige Gläser dann letztendlich herauskommen. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass Laxem sonst eher in gigantischen Kupferkesseln gekocht wird, in die viele Kilo Zwetschgen passen. Wenn ihr Laxem wie ich zu Hause kochen wollt, ist das aber trotzdem auch kein Problem. Die Zwetschgen werden gewaschen / geputzt und entsteint. Anschließend werden sie in kleine Stücke geschnitten. Ich habe die Masse dann mit etwas Fruchtzucker vermischt, da einige Zwetschgen noch nicht ganz süß waren.


Nun geht der zeitliche Aufwand los: die Masse wird für mehrere Stunden auf dem Herd köcheln gelassen bis ein sehr dickes Mus entstanden ist. Ständiges Umrühren ist Pflicht, vor allem gegen Ende, da die Masse sonst unten anbrennt. Mein Laxem musste "nur" 2,5 Stunden köcheln, weil es verhältnismäßig wenig war. Je mehr Früchte ihr verwendet, desto länger müsst ihr natürlich köcheln lassen.

Die heiße Masse wird dann in Schraubgläser gefüllt und direkt fest verschlossen. Für ca. 5 Minuten auf den Kopf stellen, bevor sie irgendwo zum Abkühlen hingestellt werden.
Die hübschen Etiketten habe ich bei Worldlabel gefunden. Man kann sie downloaden und dann selbst bearbeiten bzw. Text einfügen.
Kanntet ihr Laxem vorher? Wenn nicht, probiert ihn unbedingt mal aus - eine sehr leckere Fruchtexplosion!

Maria


Kommentare:

  1. Hallo!

    Das liebe ich! In Österreich sagen wir dazu Powidl und kommt oft in Mehlspeisen vor (Powidltascherl, Germknödel, Buchteln,...)

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    1. Germknödel ist eine super Idee! Werd ich sofort mal mit dem Laxem ausprobieren wenn es etwas kälter wird :)
      Schöne Grüße
      Maria

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  2. Hallo Maria,
    das klingt wie Powidl-Muß, das halt aus Pflaumen gemacht ist, oder? Finde ich auch total lecker. Mit diesem leckeren Muß kann man bestimmt auch tolles backen.
    Liebe Grüße, Wiebke

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    1. Ja, das stimmt. Leider kriegt man immer nur so wenige Gläser aus total vielen Zwetschgen. Und die Gläser sind dann weil's so lecker ist auch noch schnell leer :-/ Nächstes Jahr werde ich noch mehr kochen!
      Schöne Grüße
      Maria

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  3. Hallo Maria,

    dein Latwesch ist echt super, so wie man es hier bei uns im Saarland überall bekommt, ich liebe dieses Zeugs ;)
    Ich verwende es gerne bei meinen Weihnachtsplätzchen und für eine Adventstorte.

    LG Kerstin

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    1. Für mich ist es auch was typisch Saarländisches. Wo gibt's denn das Rezept für deine Adventstorte? Klingt gut :)
      Schöne Grüße
      Maria

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  4. Unter diesemnamen war mir das noch nicht bekannt. Aber dennoch liebe ich dieses Mus. Für mich ist das irgendwie im Winter eine der großen Attraktionen auf dem Frühstückstisch, warum auch immer.

    Gruß,
    Jens

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    1. Hallo Jens,
      hast du einen anderen Namen dafür? Irgendwie winterlich ist es tatsächlich, vor allem wenn ich in den anderen Kommentaren von Germknödeln und Co. lese, die ich persönlich mit Winterurlaub verbinde.
      Schöne Grüße
      Maria

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